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aus dem Rechtshandbuch für Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte
Rechtshandbuch für Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte
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Zum Frauenbild in der Bayerischen Justizausbildung

Zum Frauenbild in der Bayerischen Justizausbildung

2014 hat Daniela Schweigler einen Artikel zum Frauenbild in der Bayerischen Justizausbildung geschrieben, wie es in „Übungsfällen, Klausuren, beiläufigen und weniger beiläufigen Bemerkungen in den Arbeitsgemeinschaften“ auftaucht, mit dem Untertitel: „Eine Geschichte von Gucci-Handtaschen und Kinderlosigkeit“. Sie stellt fest, dass Frauen „sowohl durch die verwendete Sprache als auch durch ihre teils krasse Unterrepräsentation marginalisiert“ werden. Die Frauen werden häufig in den „vermeintlich typischen Frauenrollen“ als Mutter, Hausfrau, Ehefrau, Bardame, Verlobte vorgestellt. In der Familienrechtsarbeitsgemeinschaft kam in keinem Fall eine Lebenspartnerschaft vor. Sie stellt auch fest, dass in den besprochenen Klausur- und Übungsfällen Frauen „sogar unverhohlen lächerlich gemacht“ werden. (S. 54) Es wird also mehr als zehn Jahre nach meinem Aufsatz und Jahrzehnte nach den Aufsätzen von Pabst/Slupik (1977) und Morgenthal (1983) der schon um die Jahrtausendwende eigentlich überlebte Befund eines paternalistischen Frauenbildes bestätigt, selbst wenn die Beispiele etwas weniger drastisch und sexistisch geworden sind und – wie Daniela Schweigler bestätigt – vor allem im Verwaltungsrecht, in dem man nie so fündig wurde wie in den alten Disziplinen Zivil- und Strafrecht, Änderungen zu beobachten sind, allerdings nicht durchgängig.

Folge: Stereotype Orientierung und Sozialdünkel?

Lässt sich die Schlussfolgerung ziehen, dass das in Lehrmaterialien verwendete eigentümlich altmodische, patriarchale Repertoire von Frauenfiguren und -eigenschaften auf eine entsprechende Einstellung der Autoren hinweist? Papst/Slupik schreiben am Schluss ihres Artikels:

„Über die Fallanalyse Einstellungen der Autoren zu ermitteln, war nicht unser Anliegen. Es lassen sich auch keine präzisen Aussagen dazu treffen, ob oder inwieweit so gestaltete Fälle stereotypes Beurteilen von Lebenssachverhalten bei den Auszubildenden fördern.“

Die Disposition zu stereotyper Orientierung wird sicherlich gestärkt und der Korpsgeist, der auf einem einseitig definierten Gesellschaftsbild gründet, sowie die sprichwörtliche Arroganz, die Juristen und Juristinnen das Gefühl vermittelt, als „Bessere“ über „Rangniedrigere“ zu befinden. Eine junge Interviewpartnerin in unserem Projekt JurPro nannte es

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