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aus dem Rechtshandbuch für Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte
Rechtshandbuch für Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte
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Was sind die Vorteile von Mediation?

Der Vorteil gegenüber einem Gerichtsverfahren lässt sich an einem Beispiel leicht beschreiben: Ein Anstreicher erbringt Leistungen bei einem Kunden. Der Kunde meint, dass der Anstrich mangelhaft ist und zahlt nicht. Der Handwerker schickt einen Mahnbescheid und klagt schließlich. Nach Anhörung eines Gutachters bekommt der Anstreicher vor Gericht Recht, der Kunde wird zur Zahlung verurteilt. Das Resultat: Der Anstreicher gewinnt formal zwar und bekommt seinen Werklohn, verliert aber im Zweifel seinen Kunden, insofern ist dies für ihn eher ein Nullsummenspiel.

Bei der Mediation geht es darum, möglichst für beide Beteiligten einen Vorteil zu schaffen, die berühmte Win-win Situation.

Erklärt wird die Win-win Situation üblicherweise mit dem sog. Orangenfall: Zwei Schwestern zanken sich um eine Orange. „Ich habe sie gekauft.“ „Nein, ich.“ „Ich hatte sie mir schon parat gelegt.“ „Nein, ich hatte sie schon aus der Obstschale genommen“ usw. Sollten sie die Orange durchschneiden? Dann hat jede aber nur eine halbe. Reicht das? Daher fragt die eine: „Wofür willst Du denn die Orange?“ Die andere: „Ich will mit der Schale einen Kuchen backen.“ Die eine: „Ich will den Saft trinken“. Also können mit der einen Orange beide vollständig zufrieden gestellt werden.

So glatt und schön geht es natürlich nicht immer. Entscheidend ist, dass nicht darauf abgestellt wird, wer einen gesetzlichen Anspruch gegen wen hat (auf Schadensersatz, Werklohn, Unterhalt, Abfindung usw.), sondern um welche Interessen der Beteiligten es geht und welche Möglichkeiten, wir nennen das in der Mediation „Optionen“, es gibt, diese Interessen zu befriedigen.

Beispiel:* Eine alte Witwe, die früher mit ihrem Mann als Hausmeisterin auf einem Firmengelände gewirkt hat, soll nach 40 Jahren aus einem Haus mit Garten auf diesem Grundstück ausziehen, weil der Grundstückseigentümer, der die Produktion in seiner Firma einstellen musste, eine Chance bekommt, das Gelände zu verkaufen. Die Witwe hat den Eigentümer, der mit seiner Familie ebenfalls auf dem Grundstück wohnte, schon als Kind betreut.

Rechtlich ist diesem Fall schwer beizukommen, Kündigung und Räumung würden lange dauern. Der potentielle Käufer wäre dann längst auf und davon. Ob sich in absehbarer Zeit ein neuer melden würde, ist fraglich. Eine rechtsförmliche Lösung würde im Zweifel auch die persönliche Beziehung zwischen den Beteiligten zerstören. Hier ist kreativ zu schauen, wie die Interessen der alten Witwe und gleichzeitig auch die des Grundstückeigentümers in Einklang gebracht werden können. Die Witwe will ihren Garten oder zumindest einen Garten weiter pflegen können, sie möchte gutes Einvernehmen mit dem Eigentümer behalten, Hilfe bei der Wohnungssuche und beim Umzug bekommen und finanziell abgesichert sein, der Grundstückseigentümer möchte das Grundstück schnell verkaufen, den Erlös sichern und last not least auch eine gute Beziehung zu der Witwe behalten.

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