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Beiträge
aus dem Rechtshandbuch für Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte
Rechtshandbuch für Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte
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Was machen Asylgesetze mit Männlichkeit? – Forschungsstand

Hegemoniale Männlichkeitskonstruktionen im Spannungsverhältnis

Abkürzungsverzeichnis

AsylbLG

Asylbewerberleistungsgesetz

AsylG

Asylgesetz

AufenthG

Aufenthaltsgesetz

AVV-AufenthG

Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Aufenthaltsgesetz

BAMF

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge

BAföG

Bundesausbildungsförderungsgesetz

BGBl.

Bundesgesetzblatt

BIBB

Bundesinstitut für Berufsbildung

BQFG

Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz

BR-Drs.

Drucksachen des Bundesrates

BT-Drs.

Drucksachen des Deutschen Bundestages

GG

Grundgesetz

IntV

Integrationskursverordnung

i. V. m.

in Verbindung mit

Rn.

Randnummer

SGB

Sozialgesetzbuch


Einleitung

Im folgenden Artikel wird untersucht, welchen Einfluss deutsche Asylgesetze auf Männlichkeiten haben, die eine patriarchale Gesellschaftsordnung stützen. Dabei findet zuerst ein Abriss des aktuellen Forschungsstands zu Flucht, Männlichkeit und Recht statt, bevor als theoretischer Hintergrund das Konzept der hegemonialen Männlichkeit eingeführt wird. In diesem Kontext wird auch die Betrachtung der Asylgesetzgebung als Institution etabliert, die verschiedene Positionen für den Anschluss an Männlichkeiten erzeugt. Darauffolgend werden die bisher existierenden Studien zu Flucht und Männlichkeit auf die Konstruktionen von hegemonialer Männlichkeit untersucht und die gewonnenen Erkenntnisse als Schablone genommen, um die Frage zu beantworten, wie das deutsche Asylrechtssystem zur Konstruktion von Männlichkeit beiträgt.

Forschungsstand: Flucht, Männlichkeit und Recht

Das Thema dieses Beitrags ist im Schnittpunkt von drei verschiedenen Forschungsbereichen anzusiedeln: Flucht-, Männlichkeits- und Rechtsforschung. Wo die Betrachtung der Überschneidung von Männlichkeit- und Rechtsforschung jüngst etwas Fahrt aufgenommen hat (siehe McGinley et al. 2012; Richard Collier 2016), gilt die Verbindung von Männlichkeits- und Fluchtforschung weiterhin als Forschungsdesiderat (vgl. Tunç 2010, 21; Krause 2016, 120). Es existieren zwar einige Studien, allerdings bilden diese einerseits keinen zusammenhängenden Wissensbestand und untersuchen meist nur Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Sowohl Unterschiede innerhalb der Gruppierungen als auch der Einfluss anderer Ungleichheitsverhältnisse bleiben dabei vorwiegend unberücksichtigt. Noch marginaler stellt sich der Wissensbestand im Schnittpunkt aller drei Forschungsbereiche dar. Unter den existierenden Studien hat zum Beispiel Fiddian-Qasmiyeh (2014) aufgezeigt, dass die Definition als Flüchtling in der Genfer Flüchtlingskonvention vor dem Hintergrund der Fluchterfahrung heterosexueller Männer definiert ist. Ferner haben Wray (2015) und Hart (2015) die Umsetzung geltenden Rechts in Gerichtsprozessen betrachtet. Wray (2015) zeigt, wie Männer vom Familiennachzug ausgeschlossen werden, indem ihnen die Relevanz für das Familienleben aberkannt wird (vgl. ebd., 441). Hart (2015) zeigt, wie in Gerichtsprozessen Vätern mit abgelehntem Asylantrag der weitere Aufenthalt bei ihrem Kind verweigert, wohingegen bei Müttern über den negativen Asylbescheid hinweggeblickt und der Aufenthalt genehmigt wird (vgl. ebd., S. 464). Wo bei Fiddian-Qasmiyeh die Analyse des androzentrischen Rechtssubjekts und bei Wray und Hart Geschlechtskonstruktionen im Gerichtsprozess im Fokus stehen, wird in diesem Artikel die Wirkung von Asylgesetzen auf Männlichkeit untersucht.

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