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Steuerfragen bei Trennung und Ehescheidung - Die Lohnsteuerklassen

Für die Berechnung der Höhe der Lohnsteuer gibt es insgesamt sechs Steuerklassen. In welche Steuerklasse der Arbeitnehmer eingestuft wird, hängt von seinem Familienstand ab.

Ledige, Geschiedene und Verwitwete müssen die Steuerklasse 1 wählen. Diese Steuerklasse gilt auch für Verheiratete, die dauernd getrennt leben.

Verheiratete, die nicht dauernd getrennt leben, können wählen, ob sie die Steuerklassen 3 und 5 oder 4 und 4 nutzen wollen.

Die Wahl der Steuerklassen 3 und 5 ist immer dann zu empfehlen, wenn die Ehepartner ungleich hohe Einkünfte haben. Der Partner, der das höhere Bruttoeinkommen hat, wird die Steuerklasse 3 wählen, weil hier die Steuerbelastung geringer ist. Dem anderen Partner, der das niedrigere Einkommen hat, wird dann nach der recht ungünstigen Klasse 5 die Steuer berechnet.

Verdienen die Ehegatten annähernd gleich viel, dann sollten sie beide die Steuerklasse 4 wählen. Die Steuerbelastung der Steuerklasse 4 entspricht genau der Belastung der Steuerklasse 1. Der steuerliche Vorteil, den Verheiratete haben, wirkt sich dann erst im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung aus. Dort nämlich werden Eheleute nach dem sog. Splittingtarif veranlagt. Dazu später noch mehr.

Seit 2010 gibt es die Möglichkeit, dass Ehepaare das sog. Faktorverfahren nutzen. Dieses Verfahren soll die Steuerlast zwischen unterschiedlich hoch verdienenden Ehepartnern gerechter verteilen als dies bei der Steuerklassenwahl 3 und 5 der Fall ist. Dazu müssen sich grundsätzlich beide Ehegatten die Steuerklasse 4 auf der Lohnsteuerkarte eintragen lassen. Zusätzlich wird auf formlosen Antrag vom zuständigen Finanzamt ein bestimmter Faktor eingetragen, der sich aus dem Verhältnis der voraussichtlichen Lohnsteuerlast nach dem Splittingtarif (Y) und der Summe der Lohnsteuer beider Ehegatten nach der Steuerklasse 4 (X) errechnet. Der Faktor ergibt sich aus dem Ergebnis der Division von Y durch X. Wenn das Ergebnis kleiner als 1 ist, wird dieser Faktor neben der Steuerklasse 4 auf der Lohnsteuerkarte eingetragen. Das Faktorverfahren hat Vor- und Nachteile. Da der besser verdienende Ehepartner statt der Steuerklasse 3 die ungünstigere Klasse 4 nutzen muss, wird dem Ehepaar insgesamt monatlich weniger an Einkommen zur Verfügung stehen als bei Nutzung der Steuerklassen 3 und 5. Der Antrag auf Eintragung des Faktors muss jedes Jahr wiederholt werden. Es muss zwingend von dem Ehepaar später eine Einkommensteuererklärung abgegeben werden.

Der Vorteil des Verfahrens liegt darin, dass der Ehegatte, der das geringere Bruttoeinkommen erzielt, weniger stark besteuert wird, also ein gegenüber den Steuerklassen 5 und 4 (ohne Faktorverfahren) höheres Nettoeinkommen erhält. Die Steuerlast wird dadurch zwischen den Ehegatten gerechter verteilt. Dieser Vorteil ist in der Regel jedoch geringer als die beim besser verdienenden Ehepartner eintretende Belastung. Bei der sich später anschließenden Einkommensteuerveranlagung wird das Gesamteinkommen der Eheleute wieder nach dem Splittingtarif versteuert. Dabei wird es voraussichtlich weder zu einer Nachzahlung – wie bei den Steuerklassen 3 und 5 – noch zu einer Steuererstattung kommen – wie bei den Steuerklassen 4 und 4 ohne Faktorverfahren.

Einzelheiten zur Wahl der Steuerklassen, auch zum Faktorverfahren, finden sich z.B. in den Broschüren und Merkblättern, die auf der Homepage des Bundesfinanzministeriums angeboten werden (

§ 24b – Entlastungsbetrag für Alleinerziehende
(1) 1Allein stehende Steuerpflichtige können einen Entlastungsbetrag in Höhe von 1 308 Euro im Kalenderjahr von der Summe der Einkünfte abziehen, wenn zu ihrem Haushalt mindestens ein Kind gehört, für das ihnen ein Freibetrag nach § 32 Absatz 6 oder Kindergeld zusteht. 2Die Zugehörigkeit zum Haushalt ist anzunehmen, wenn das Kind in der Wohnung des allein stehenden Steuerpflichtigen gemeldet ist. 3Ist das Kind bei mehreren Steuerpflichtigen gemeldet, steht der Entlastungsbetrag nach Satz 1 demjenigen Alleinstehenden zu, der die Voraussetzungen auf Auszahlung des Kindergeldes nach § 64 Absatz 2 Satz 1 erfüllt oder erfüllen würde in Fällen, in denen nur ein Anspruch auf einen Freibetrag nach § 32 Absatz 6 besteht.
(2) 1Allein stehend im Sinne des Absatzes 1 sind Steuerpflichtige, die nicht die Voraussetzungen für die Anwendung des Splitting-Verfahrens (§ 26 Absatz 1) erfüllen oder verwitwet sind und keine Haushaltsgemeinschaft mit einer anderen volljährigen Person bilden, es sei denn, für diese steht ihnen ein Freibetrag nach § 32 Absatz 6 oder Kindergeld zu oder es handelt sich um ein Kind im Sinne des § 63 Absatz 1 Satz 1, das einen Dienst nach § 32 Absatz 5 Satz 1 Nummer 1 und 2 leistet oder eine Tätigkeit nach § 32 Absatz 5 Satz 1 Nummer 3 ausübt. 2Ist die andere Person mit Haupt- oder Nebenwohnsitz in der Wohnung des Steuerpflichtigen gemeldet, wird vermutet, dass sie mit dem Steuerpflichtigen gemeinsam wirtschaftet (Haushaltsgemeinschaft). 3Diese Vermutung ist widerlegbar, es sei denn, der Steuerpflichtige und die andere Person leben in einer eheähnlichen Gemeinschaft oder in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft.
(3) Für jeden vollen Kalendermonat, in dem die Voraussetzungen des Absatzes 1 nicht vorgelegen haben, ermäßigt sich der Entlastungsbetrag um ein Zwölftel.

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