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aus dem Rechtshandbuch für Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte
Rechtshandbuch für Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte
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Soziodemographische und sozioökonomische Merkmale von Frauen ohne und mit Migrationshintergrund in Deutschland – ein Vergleich

Im Jahr 2016 lebten in Deutschland 82,4 Millionen Menschen. Davon hatten 18,6 Millionen bzw. 22,5 Prozent einen Migrationshintergrund.* Das traf für 23,5 Prozent der 40,7 Millionen Männer und für 21,6 Prozent der 41,7 Millionen Frauen zu.

Ganz allgemein lässt sich feststellen, dass die Bevölkerung mit einem Migrationshintergrund im Vergleich zu der ohne einen Migrationshintergrund zum einen jünger und zum anderen mehr männlich geprägt ist, was sehr plastisch anhand der Alterspyramide beider Gruppen deutlich wird (vgl. Abbildung 1).

Abb. 1: Alterspyramide der Bevölkerung ohne und mit Migrationshintergrund in Deutschland, 2016

Datenquelle: Statistisches Bundesamt; J. Roloff

Waren die Menschen ohne Migrationshintergrund im Schnitt 46,9 Jahre alt, waren die mit Migrationshintergrund mit 35,4 bzw. somit 11,5 Jahre jünger. Und während Erstere einen Frauenüberschuss von 105 (Frauen je 100 Männer) aufwiesen, hatten (umgekehrt) die Migranten einen Männerüberschuss von 106. Oder anders ausgedrückt: Der Frauenanteil der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund betrug 51,3 Prozent, dahingegen derer mit Migrationshintergrund 48,5 Prozent.

Als Begründung für diese Tatsache heißt es u. a. bei Lechtape/Nohn (2016): „… bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen gibt es ein großes Ungleichgewicht: In der Altersgruppe der 16- bis 18-Jährigen sind vier von fünf Flüchtlingen männlich, bei den 18- bis 25-Jährigen stehen drei Männer einer Frau gegenüber. … Das heißt nicht, dass dieses Geschlechter-Ungleichgewicht auf Dauer angelegt ist: Gerade aus den Kriegsgebieten zum Beispiel in Syrien sind oft Vater oder ältere Söhne vorgereist, um den Frauen und kleinen Kindern die gefährliche Reise zu ersparen und sie über den Familiennachzug auf sicherem Weg nachreisen zu lassen.“

Der vorliegende Beitrag wird sich auf den Vergleich einiger soziodemographischer und sozioökonomischer Merkmale von Frauen ohne und mit Migrationshintergrund in Deutschland konzentrieren.

Vorab ist es im Hinblick auf die Frauen mit einem Migrationshintergrund, sozusagen als Hintergrundinformationen, wichtig zu wissen:

  1. welchen detaillierten Migrationsstatus haben sie,

  2. aus welchen Ländern sind sie nach Deutschland eingereist und

  3. in welchen Bundesländern sind sie am stärksten vertreten.

Migrationsstatus

4,2 Millionen bzw. 46,2 Prozent aller Frauen mit Migrationshintergrund sind Ausländerinnen.* Innerhalb der Gruppe der deutschen Frauen mit einem Migrationshintergrund stellen die (Spät-)Aussiedlerinnen mit 34,7 Prozent die prozentuale Mehrheit. Dem folgen mit 26 Prozent die eingebürgerten, d. h. Ausländerinnen, die die deutsche Staatsbürgerschaft erworben haben (vgl. Abbildung 2).

Über zwei Drittel der Frauen mit Migrationshintergrund sind nach Deutschland zugewandert. Darunter war es von den Ausländerinnen mit 85,4 Prozent die überwiegende Mehrheit, von den Deutschen mit Migrationshintergrund ist es etwas über die Hälfte. Einen genauen Überblick über den Migrationsstatus vermittelt Tabelle 1.

Es wird dort zudem deutlich, dass der Ausländeranteil bezogen auf alle 2016 in Deutschland lebenden Frauen 10 Prozent beträgt. Der Anteil der deutschen Frauen mit Migrationshintergrund liegt mit 11,6 Prozent nur unwesentlich darüber (Tabelle 1).

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