Werden Sie Premium-Mitglied!
Als Premium-Mitglied profitieren Sie uneingeschränkt von allen Inhalten.
Jetzt gratis Newsletter abonnieren!
Beiträge
aus dem Rechtshandbuch für Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte
Rechtshandbuch für Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte
Beiträge lesen >>
 
Sie müssen eingeloggt sein, um Artikel weiterleiten zu können.

Salat macht glücklich

Heilpraktikerin und Ernährungsberaterin Dr. Martina Morf-Koller teilt in ihrer Kolumne Wissenswertes zum Thema gesunde Ernährung. Diese Woche infromiert sie über die Auswirkungen von Gemüse auf unser Wohlbefinden.

Liebe Leserin, lieber Leser,

Finn, der neunmalkluge Sohn meiner Freundin Steffi, und seine nicht weniger nervige Cousine waren letzte Woche bei uns zum Grillen. Wir wollten die frühherbstlichen Sonnentage noch einmal nutzen, bevor einem das nächste Tiefdruckgebiet mit Sturm und Nieselregen das Essen auf der Terrasse vermiest. Jedes andere normale Kind würde Würstchen einen besonderen Platz in seinem Herzen einräumen, nicht so die Cousine. Ob wir wohl auch gedünsteten Chicorée oder wenigstens gebratene Paprika zu bieten hätten, war das erste, was ich hörte, als mein Mann ihnen die Türe öffnete. Musste ich leider verneinen, bei uns würde der Chicorée nicht mal frisch und knackig gegessen werden, geschweige denn warm und durchgegart aus einer Aluschale.

Vorsorglich hätte sie aber eine vorbereitete Dose mit gesundem „Knabberkram“ dabei und ich müsste mich deshalb auch nicht gestresst oder schlecht fühlen wegen meiner Ernährungsgewohnheiten. Hallo, geht's noch? Paprika zu grillen, sollte ja wohl nicht die Herausforderung werden, dachte ich. Wenn man damit Kinder glücklich machen kann, also dieses Kind, um genau zu sein. Während ich das gewünschte Gemüse putzte und anrichtete, wurde ich belehrt. Es gäbe da nämlich einen dokumentierten kausalen Zusammenhang zwischen nachgewiesener Depression und gesteigertem Gemüsekonsum. Sagt eine Neunjährige. „Was liest du so morgens nach dem Frühstück, Wissenschaft aktuell?“, konnte ich mir nicht verkneifen zu fragen. „Hast du Finn mit deinem Gesundheitsfimmel angesteckt?“ Das wäre wenigstens was Positives. Finn und Gemüse sind eines der größten Gegensätze, die ich kenne.

Also letztendlich war das Grillen dann doch noch ganz entspannt und ich konnte mit einer großen Schüssel gemischtem Salat bei der jungen Dame punkten. Und soll ich Ihnen was sagen: Das Mädel hat recht. Nach Ansicht von Forschergruppen aus Großbritannien und Australien verbessern Obst und Gemüse in Mengen genommen das psychische Wohlbefinden. Man hat die Essgewohnheiten von Probanden über einen längeren Zeitraum hin verfolgt und die Beteiligten gaben dabei Selbstauskunft über ihre psychische Verfassung. Je mehr Obst und Gemüse in der Woche, je größer die Portionen, desto besser die Zufriedenheit. Eine andere Studie stellte fest, dass Patienten mit einer Angststörung durch den erhöhten Konsum pflanzlicher Kost eine Art Schutzeffekt für sich erzielen konnten und so seltener erkrankten.

Ich sage schon immer: Tomaten, Möhren und Paprika werden einfach unterschätzt. Wenn mehr Lebenszufriedenheit so einfach zu erreichen ist, dann her damit. Die Frage ist natürlich, ob ich gesünder bin, weil ich aufgrund der reinen Mehrmenge an Obst und Gemüse so viel Vitamine, Mineralstoffe, Antioxidantien oder andere sekundäre Pflanzenstoffe aufnehme. Oder ob im Magen einfach keinen Platz mehr für die eher ungesunden oder schädlichen Nahrungsmittel des Lebens zu finden ist. Und dann ist es irgendwie begreiflich, dass erhöhte pflanzliche Nahrungsaufnahme zu einer nachweislichen Gewichtsreduktion führen kann. Aber wie ist es im Umkehrschluss? Werde ich unglücklicher oder ängstlicher, wenn ich meinen Gemüsekonsum verringere? Finn und sein Vater sind stets ein Ausbund an guter Laune und die bräuchte ich sowas auch gar nicht zu Fragen, da gibt's möglicherweise nicht viel zu verringern.

Also Leute, wer kann nicht ein bisschen subjektives Wohlbefinden gebrauchen, gerade jetzt, wo diese trübe, regnerische Jahreszeit wieder anfängt. Ist eigentlich auch egal, wo Glückseligkeit herkommt, Praline, Chips, Rotwein oder eben Salatgurke. Letztere hat halt einen winzigen Vorteil für Taille und Gesundheit. Ich mache mir jetzt erstmal einen gemüsearmen Cappuccino mit Zucker und ordentlich Milchschaum, der macht mich nachweislich zufrieden. Aber verpetzen Sie mich bitte nicht. Ich esse dann später auch einen Apfel, ehrlich.

Die Autorin

Dr. Martina Morf-Koller lebt mit Mann und Kind in Hamburg-Bergedorf und arbeitet dort als Heilpraktikerin in eigener Praxis. Sie hat sich auf Beschwerden und Schmerzen des Bewegungssystems spezialisiert. Dabei behandelt sie Muskeln, Gelenke, Wirbelsäule und fasziale Netzwerke manuell und vermittelt alltagsbezogene ökonomische Bewegungsformen um die Körperstruktur nachhaltig zu verbessern. In klientenzentrierter Gesprächstherapie entwickelt sie mit Patienten individuelle Strategien zur Stressbewältigung. Als Ernährungsberaterin liebt sie es außerdem Wissenswertes zum Thema "gesunde Ernährung" humorvoll aufzubereiten und praxistauglich ihren Patienten näherzubringen. Ernährungsberatung soll auf jeden Fall Genuss, Lebensfreude und auch Spaß vermitteln, denn sonst kommt das Wissen nicht an.



Sie müssen eingeloggt sein, um Artikel weiterleiten zu können.