Zeit sparen in einem stressigen Alltag - kann das klappen?

13.9.2010, Online-Redaktion Verlag Dashöfer, Quelle: Gleichstellung online
Kerstin Ratzeburg
ist Betriebswirtin, Pädagogin, Business-Coach und NLP-Practitioner. Seit vielen Jahren ist sie neben ihrer Tätigkeit im Bereich Personalentwicklung in einem großen Hamburger Unternehmen freiberuflich Trainerin, Beraterin und Coach sowie Dozentin an der HSBA . Sie begleitet Führungskräfte, Mitarbeiter und Teams in Unternehmen und Sportverbänden zu verschiedenen Themen, u. a. Karriere und berufliche Weiterentwicklung, Übernahme von Führungsverantwortung, Work-Life-Balance, Zeit- und Selbst-management und Konfliktmanagement. Des Weiteren unterstützt sie Unternehmen bei der Implementierung strategischer Personal-entwicklung sowie der Konzeption und Einführung von Personalinstrumenten. Mehr über Sie erfahren Sie auch unter www.kerstin-ratzeburg.de

Kerstin Ratzeburg

Redaktion: Zeitmanagement ist kein unbekanntes Thema, einige Regalmeter an Literatur sind sicherlich dazu veröffentlicht worden. Warum besteht hier trotzdem, aus Ihrer Sicht als Referentin und als Coach, Informationsbedarf?
Kerstin Ratzeburg: Die Fülle an Tipps und Tricks in der Literatur stellt individuell häufig eine Überforderung dar. Wichtig ist es, nur einige wenige zielgerichtete Tipps aufzugreifen.

Wenn wir uns zuviel vornehmen, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass wir an der Umsetzung scheitern. Meistens sind wir mit den Vorhaben auch allein. Somit haben wir keine Erfolgserlebnisse und geben im schlimmsten Fall auf – nach dem Motto: Das bringt ja sowieso nichts.

In dem Seminar geht es auch darum, Mut zu fassen und den berühmten inneren Schweinehund zu überwinden, um einen Einstieg zu finden und seine Vorhaben für ein verändertes Zeitmanagement durchzuhalten.

Redaktion: Wo sehen Sie für berufstätige Frauen eine gut realisierbare Möglichkeit, sich eigene, individuell gestaltbare "Zeitfenster" zu schaffen, um nicht permanent zwischen Familienaufgaben und beruflichen Pflichten in Anspruch genommen zu werden?
Kerstin Ratzeburg: Der erste Schritt könnte sein, das sogenannte „Prinzip der Schriftlichkeit“ anzuwenden. Das bedeutet, sich über einen längeren Zeitraum zu notieren, wann und womit ich meine Zeit verbringe und was ich gern für mich tun würde - gern auch als Mindmap oder mit Klebezetteln für die Kreativeren unter uns.

Das Aufschreiben unterlassen wir häufig, weil wir meinen, dass uns das auch noch wertvolle Zeit kostet. Natürlich stimmt das kurzfristig betrachtet auch, mittel- und langfristig amortisiert sich dieses Vorgehen aber bereits nach ganz kurzer Zeit. So können wir eine realistische Bilanz ziehen, womit wir unsere Zeit verbringen und besser entscheiden, was wir ändern wollen.

In einem weiteren Schritt können wir prüfen, ob insbesondere uns Frauen ein übertriebener Perfektionismus oder ständige Hilfsbereitschaft wichtige Zeit für uns selbst rauben. Um Zeitfenster zu gewinnen, könnte es helfen, „gut statt perfekt“ zu agieren, selbstbewusst „NEIN zu sagen“ oder anderen freie Hand zu lassen und sie nicht zu kritisieren, wenn wir Ihnen Aufgaben übertragen. Dies funktioniert häufig noch besser, wenn wir uns Verbündete suchen, die bei der Umsetzung unterstützen.

Redaktion: In Ihrer Arbeit greifen Sie das Bild der "Zeitdiebe" auf. Was ist für Sie persönlich der schlimmste Zeitdieb? Und wie begegnen Sie ihm?
Kerstin Ratzeburg: Mein größter Zeitdieb sind die permanenten spontanen Störungen in meinem Büro. Um konzentriert arbeiten zu können, informiere ich alle, die um mich herum aktiv sind, wann ich nicht bzw. wieder ansprechbar bin. Dazu gehört eine geschlossene Bürotür und ggf. das Schild „STOPP - Bin umso schneller wieder richtig bei Euch, wenn ich jetzt nicht gestört werde!“ Das transportiert zusätzlich auch noch meine Überzeugung, dass Multitasking ein echter Zeitdieb sein kann.

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Wir danken Frau Ratzeburg für das interessante Interview!

Quelle: Verlag Dashöfer GmbH