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Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen 2020

Bild: Sandra Nabbefeld / www.pixelio.de
Am 25. November war der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. Es fanden viele Aktionen statt und es sollten möglichst viele Frauen über Hilfsangebote informiert werden.

Erschreckende Zahlen

In Deutschland wird statistisch gesehen jeden dritten Tag eine Frau von ihrem aktuellen oder ehemaligen Partner getötet. Laut der Studie „Gewalt gegen Frauen in Paarbeziehungen“ aus dem Jahr 2014 vom Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend kann es Frauen aus allen Schichten und jeden Alters treffen. Gewalterfahrungen verstärken sich insbesondere bei Trennungen oder treten dann das erste Mal auf.

2019 wurden nach einer kriminalstatistischen Auswertung 117 Frauen und 32 Männer in Deutschland Opfer von tödlicher Partnerschaftsgewalt. Insgesamt wurden über 141.000 Opfer von Partnerschaftsgewalt im Jahr 2019 erfasst. 81 % der Opfer waren weiblich. Fast die Hälfte der Opfer von Mord und Totschlag waren „Ehepartner*innen“. Ehemalige Partner*innen waren mehrheitlich von Bedrohung, Stalking, Nötigung oder vollendeter Vergewaltigung, sexueller Nötigung und sexuellen Übergriffen betroffen.

Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass 35 % aller Frauen in ihrem Leben mindestens einmal körperliche oder sexuelle Gewalt erleben. Das wären 13 Millionen Frauen in Deutschland. Besonders oft sind Frauen mit einer Behinderung betroffen. Zu diesem Ergebnis kam die Universität Bielefeld. Frauen mit einer Lernschwierigkeit werden außerdem sehr oft nicht ernst genommen, wenn sie sich Hilfe suchen.

In diesem Jahr sind seit Pandemie-Beginn die Anrufe beim Hilfetelefon deutlich gestiegen. Obwohl die Isolation ein Grund dafür sein kann, dass die Gewalt in den Haushalten zugenommen hat, sehen Arbeitnehmer*innen beim Hilfetelefon auch die vermehrte Bekanntheit der Telefonnummer als Grund für die starke Zunahme an Anrufen.

Aufmerksamkeit schaffen

Am 25. November haben sich viele Organisationen, Politiker*innen und Vereine dazu entschieden, sich zu dem Thema zu äußern oder Aktionen zu starten. In Hamburg wurden zum Beispiel Brötchen in Tüten mit Hilfetelefonnummer ausgegeben.

In vielen Städten wurden orangefarbene Fahnen gehisst. Orange ist die Symbolfarbe im Kampf gegen die Gewalt an Frauen. Daher wurden auch viele wichtige Gebäude in der Farbe angestrahlt und in Magdeburg wurde aus orangen Kerzen die Zahl 117 gebildet.

Auch Potsdam griff die Zahl auf und legte 117 Paar Schuhe vor den brandenburgischen Landtag, um an die getöteten Frauen zu erinnern.

Hilfetelefon

Das Hilfetelefon “Gewalt gegen Frauen” bietet Betroffenen die Möglichkeit, sich zu jeder Zeit anonym, kompetent, sicher und barrierefrei beraten zu lassen. Qualifizierte Beraterinnen stehen den Hilfesuchenden vertraulich zur Seite. Bei Bedarf vermitteln sie an Unterstützungsangebote vor Ort, etwa an eine Frauenberatungsstelle oder ein Frauenhaus in der Nähe. Barrierefreiheit und Mehrsprachigkeit sichern den Zugang für Frauen mit Behinderung oder geringen Deutschkenntnissen. Auch Angehörigen, Freund*innen sowie Fachkräften steht das Hilfetelefon für Fragen und Informationen zur Verfügung: https://www.hilfetelefon.de/das-hilfetelefon.html

Telefonnummer: 08000 116 016 (Jeden Tag, um jede Uhrzeit, kostenfrei erreichbar.)





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