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Beiträge
aus dem Rechtshandbuch für Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte
Rechtshandbuch für Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte
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Geschlechterrollen und Sexualität in konservativ-autoritären muslimischen Familien

Sexualität und Islam – das ist ein Begriffspaar, das die öffentlichen Debatten in Deutschland elektrisiert. Nicht erst seit den Übergriffen in der Silvesternacht in Köln wird gefragt: Was trägt der Islam zu problematischen Geschlechterrollen bei? Wie sehen die Geschlechterrollen und die Sexualerziehung in muslimischen Familien aus? Gibt man bei Amazon den Begriff Islam ein, werden circa 25.000 Buchtitel angezeigt. Die Bandbreite der Veröffentlichungen ist zwar vielfältig, aber vor allem Bücher, die patriarchal organisierte Geschlechterrollen in der Familie, Ehrverhalten, Kopftuchzwang, Zwangsheirat, arrangierte Ehen, Gewaltanwendung, Unterdrückung der Frau oder Homophobie thematisieren, stoßen auf das Interesse eines breiten Publikums.

Trotz der intensiven und emotionalisierten öffentlichen Debatten in den zurückliegenden zehn Jahren ist das Wissen über muslimische Familien und deren Strukturen in Deutschland eher gering und häufig von stereotypen kulturalistischen Vorurteilen geprägt. Das ist umso erstaunlicher, als muslimische Familien und damit der Islam seit über 50 Jahren zumindest im Westen fester Bestandteil der bundesdeutschen Gesellschaft sind.

In Deutschland leben mittlerweile circa vier Millionen Menschen, die dem islamischen Glauben zugerechnet werden. Mit 2,5 Millionen Personen ist die Gruppe am größten, deren Migrationsgeschichte mit der Türkei verbunden ist. Die zweitgrößte Gruppe sind die 400.000 Menschen, die aus dem Nahen Osten, beispielsweise aus Syrien, Irak und dem Libanon kommen. In dieser Zahl sind noch nicht die Hunderttausende von muslimischen Flüchtlingen enthalten, die 2015 und 2016 aus dieser Region geflüchtet sind. Rund 75 Prozent der MuslimInnen in Deutschland sind sunnitisch, 12,7 Prozent alevitisch und 7,1 Prozent schiitisch. (Haug u. a. 2009)

Die muslimische Bevölkerung in Deutschland ist also alles andere als eine homogene Gruppe. Sie unterscheidet sich nach Glaubenrichtungen, nach regionaler und sozialer Herkunft und nach weltanschaulicher Verankerung. Neben konservativ-autoritären, stehen religiöse Familien ebenso wie säkulare und moderne Familien. Entsprechend unterschiedlich sind die Sozialisationsbedingungen für die Kinder und Jugendlichen.

Um bei der Betrachtung der Geschlechterrollen und Sexualerziehung in muslimischen Familien den notwendig differenzierteren Zugang sicherzustellen, wird zunächst kurz der methodische Zugang der Studie erläutert, die diesem Text zugrunde liegt.* Anschließend wird das Konzept der Ehre vorgestellt, da es für das Verständnis der Sexualmoral und der Geschlechterrollen relevant ist. Der Schwerpunkt des Beitrags wird sich im Weiteren der Erziehung, den Geschlechterrollen und der Sexualität in konservativ-autoritären Familien zuwenden.

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