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Gendersensibilität in der juristischen Ausbildung – Für eine gendersensible Rechtsdidaktik

Für eine gendersensible Rechtsdidaktik

Chebout, Gather und Valentiner fordern in ihrem Aufsatz, dass die Vermittlung von Genderkompetenz als juristischer Kernkompetenz etabliert und anerkannt werden müsse, auch generell als Teilbereich kritischer Rechtswissenschaft. Lehrende müssten Gender- und Diversityperspektiven in die Lehre integrieren. Im Sinne einer gendersensiblen Rechtsdidaktik müssten dafür entsprechende Lehrkonzepte entwickelt werden und die Lehrenden auch in diskriminierungsfreier Kommunikation geschult werden. Es müsse eine Beobachtungsstelle für diskriminierendes Ausbildungsmaterial und eine Beschwerdestelle für Diskriminierung geschaffen werden. (Ebd., S. 192 f.)

Wichtig ist, für die Problematik breit zu sensibilisieren. Es fehlt noch weitgehend an Problembewusstsein. Das 2006 für das Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung NRW erstellte und 2012 aktualisierte Gendercurriculum für die Rechtswissenschaft (Schultz 2006/2012)* ist bisher in keiner Weise rezipiert worden, obwohl es mehrfach bei Vorträgen zur Diskussion gestellt worden ist.* Überlegungen zu einer gendersensiblen Methodik stehen noch am Anfang.* Um diesen Aspekten Wirkung zu verschaffen und Lösungen nachhaltig zu sichern, sollten sie in die Diskussionen zu den anstehenden Reformen der Juristenausbildung eingebracht werden und in den Juristenausbildungsordnungen verankert werden. Es ist erstaunlich, dass Gender in der Lehre der Rechtswissenschaft so wenig systematisch thematisiert wird, da sowohl bei der Rechtsfolgenabschätzung von Gesetzen wie bei allen Rechtsakten immer die Frage zu stellen ist, ob sie die Geschlechter in ihrer Lebensrealität in gleicher Weise treffen, und da Diskriminierung infolge der europäischen Rechtssetzung zu einem viel diskutierten Thema geworden ist.

Literaturhinweise

Chebout, Lucy/Gather, Selma/Valentiner, Dana-Sophia (2016): Sexismus in der juristischen Ausbildung. Ein #Aufschrei dreier Nachwuchswissenschaftlerinnen. In: djbZ, S. 190 – 193.

Enders-Dragässer, Uta/Stanzel, Gabriele (Hrsg.) (1986): Frauen macht Schule. Dokumentation der 4. Fachtagung AG Frauen Schule. Herausgegeben vom Feministischen Interdisziplinären Forschungsinstitut. Frankfurt a.M.: Feministisches Interdisziplinäres Forschungsinstitut, Frankfurt a.M.

Grabrucker, Marianne (1993): Vater Staat hat keine Muttersprache. Frankfurt am Main: Fischer.

Hornscheidt, Lann (2015): Sprachliche Aspekte rechtlicher Gleichstellung. Zur Relevanz sprachlicher Veränderungen für anti-genderistische gesellschaftliche Veränderungen. In: Berghahn, Sabine/Schultz, Ulrike (Hrsg.): Rechtshandbuch für Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte. Hamburg: Dashöfer.

Kaupen, Wolfgang (1969): Die Hüter von Recht und Ordnung. Neuwied: Luchterhand.

Kotthoff, Helga (Hrsg.) (1988): Das Gelächter der Geschlechter: Humor und Macht in Gesprächen von Frauen und Männern. Frankfurt a.M.: Fischer Taschenbuch Verlag.

Mertz, Elizabeth (2007): The Language of Law School: Learning to „Think Like a Lawyer“. Oxford, New York: Oxford University Press.

Morgenthal, Luise (1983): August Geil und Frieda Lüstlein. Der Autor und sein Tätertyp. In: Kritische Justiz, 16/1, S. 65 – 68.

Moser, Franziska/Hannover, Bettina/Becker, Judith (2013): Subtile und direkte Mechanismen der sozialen Konstruktion von Geschlecht in Schulbüchern: Vorstellung eines Kategoriensystems zur Analyse der Geschlechter(un)gerechtigkeit von Texten und Bildern. In: Gender, 5/3, S. 77 – 93.

Ott, Christine (2017): Sprachlich vermittelte Geschlechterkonzepte: Eine diskurslinguistische Untersuchung von Schulbüchern der Wilhelminischen Kaiserzeit bis zur Gegenwart (Sprache und Wissen (SuW)). Berlin, Boston: de Gruyter 2017.

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