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Flüchtlingsfrauen in Deutschland

Im Gegensatz zu männlichen Flüchtlingen sehen sich Frauen oft noch mit weiteren Problemen konfrontiert. Gewalt und sexuelle Übergriffe sind dabei nur ein Teil der spezifisch weiblichen Flüchtlingsproblematik, wie nicht zuletzt der jüngste Skandal um Prostitution, Drogen und unzureichend gesicherte Gemeinschaftsunterkünfte in Bayern zeigt.

Fluchtgründe im Herkunftsland

Neben den auch für Männer relevanten Fluchtgründen wie Krieg, Vertreibung oder politische Unterdrückung, haben Frauen oft noch weitere spezifische Gründe, die sie eine Flucht in Kauf nehmen lassen. Diese sind zum Beispiel: häusliche Gewalt, patriarchalische Strukturen, Vergewaltigungen sowie Genitalverstümmelungen. Ist die Entscheidung zu fliehen einmal gefallen, sehen sich die Frauen aber auch noch während der Flucht großen Risiken ausgesetzt. Diese resultieren häufig daraus, dass sie mit Kindern oder älteren Familienangehörigen allein reisen müssen, weil die zur Familie gehörenden Männer gefangen genommen, getötet oder als Kämpfer eingezogen wurden. Die Angst vor Übergriffen durch männliche Schlepper oder Mitflüchtende ist damit sowohl während der Reise als auch in den Flüchtlingslagern allgegenwärtig.

Probleme in Deutschland

Sind die Frauen in Deutschland angekommen, sind sie oft bereits traumatisiert. Sie bräuchten nun eigentlich vermehrten Schutz, Ruhe und eine gesicherte Privatsphäre. Doch stattdessen gehören auch in den Gemeinschaftsunterkünften Vergewaltigungen, sexuelle Gefälligkeiten und Prostitution zum Alltag vieler geflüchteter Frauen. Zustande kommt dies nicht zuletzt durch nicht-abschließbare Türen, männliches Wachpersonal und nicht-geschlechtergetrennte Wasch- und Schlafräume.

Zusätzlich zu den eigenen Problemen, stellt die Sorge um die Kinder oft eine große Belastung für die Frauen dar. Viele Mütter sind alleinerziehend und können die elterliche Fürsorge aufgrund ihrer eigenen Traumatisierung kaum leisten. Zudem ist es für sie oft schwierig, Termine wahrzunehmen, zu denen sie keine Kinder mitbringen können, weil sie nicht wissen, wem sie diese anvertrauen könnten.

Eine vielleicht nicht ganz so dramatische, aber dennoch demütigende Situation stellt die hygienische und finanzielle Situation vieler Flüchtlingsfrauen dar. Sie erhalten nur die vom Amt vorgeschriebenen Hygieneartikel – das heißt z. B. lediglich Damenbinden statt Tampons und keinerlei Verhütungsmittel. Zusätzlich zu den Gutscheinen für Nahrung und Kleidung erhalten die Flüchtlinge 40 Euro Taschengeld, von denen die Frauen Privatrezepte, OBs, Verhütungsmittel sowie Fahrkarten und gesellschaftliche Teilhabe zahlen müssen. Da dies natürlich schwerlich zu meistern ist, können viele Frauen die – meist am Rande der Städte gelegenen – Unterkünfte nicht verlassen und somit mögliche Hilfseinrichtungen nicht aufsuchen.

Fazit

Flüchtlingsfrauen bewegen sich in einem Teufelskreis aus Isolation und männlicher Unterdrückung, dem sie auch in Deutschland häufig nicht entkommen. Die Folge sind traumatisierte Frauen mit zum Teil ungewollten Kindern, deren Zukunft unter keinem guten Stern steht. Erste Schritte zur Verbesserung könnten geschlechtergetrennte Unterkünfte, weibliches Wachpersonal, eine bessere physische und psychische Versorgung sowie nahe bei den Unterkünften gelegene Hilfseinrichtungen für Frauen sein.

Quellen: Heinrich Böll Stiftung, UNO Flüchtlingshilfe, Deutschlandfunk, Focus Online, Bayrischer Rundfunk, Friedrich Ebert Stiftung.



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