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aus dem Rechtshandbuch für Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte
Rechtshandbuch für Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte
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Für eine Gendersensibilität in der juristischen Ausbildung – Zur konservativen Prägung

Zur konservativen Prägung in der Juristenausbildung

In der juristischen Ausbildung wird in besonderer Weise basierend auf jahrhundertealten Traditionen der Rechtswissenschaft ein konservatives Gesellschaftsbild vermittelt. Die Rechtswissenschaft befasst sich im Rechtsanwendungsprozess vor allem damit, wie etwas ist oder war, nimmt also in der Alltagspraxis einen eher rückwärtsgewandten Blick ein. Geltendes Recht, in der Rechtswissenschaft nennt man es „de lege lata“, beschreibt vor allem die Gesellschaft, wie sie zum Zeitpunkt der Gesetzgebung war, auch wenn gesellschaftsprägende Effekte beabsichtigt gewesen sein sollten. Natürlich ist es auch Aufgabe der Jurist/innen „de lege ferenda“ rechtspolitisch über die Anpassung des Rechts an den gesellschaftlichen Wandel nachzudenken. Die Ausrichtung des Denkens ist im Kern aber konservativ.

Diese konservative Prägung ist in der Ausbildung systematisch angelegt. Die Jurist/inn/en werden mit alten Fällen des Reichsgerichts konfrontiert, wie dem berühmten „Kirschbaumfall“ (RGSt 55, 82),* dem „Bonifatiusfall“ (RGZ 83, 223), oder dem „Badewannenfall“ (RGSt 74, 84). Gesetzliche Bestimmungen treffen nicht immer aktuelle Lebenslagen. Bis zur Strafrechtsreform 1969 fanden sich z. B. im Strafgesetzbuch noch Vorschriften über das Duell, das historisch der Verteidigung der männlichen Ehre diente und rechtlich im Vergleich zu anderen Verletzungs- und Tötungshandlungen mit geringerer Strafandrohung privilegiert war, um nur einige plakative Beispiele zu nennen.

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