Werden Sie Premium-Mitglied!
Als Premium-Mitglied profitieren Sie uneingeschränkt von allen Inhalten.
Jetzt gratis Newsletter abonnieren!
Beiträge
aus dem Rechtshandbuch für Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte
Rechtshandbuch für Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte
Beiträge lesen >>
 

Eine Zitatsammlung zur Gleichstellungsarbeit und Karriere in der Wissenschaft an Hochschulen – Alternative Karrierewege in der Rechtswissenschaft

Zitate aus Interviews mit Hochschulgleichstellungsbeauftragten und Expertinnen

„Es gibt für Frauen, die danach streben, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen, sehr viel attraktivere Berufsfelder. Es gibt die Möglichkeit, in den Öffentlichen Dienst zu gehen. Und zeitlich flexibel das anzupassen, mal auf ‚ne Halbtagsstelle zu gehen, wenn die Familienphase läuft und es ist für die universitäre Karriere besonders problematisch, dass die Phase mindestens der Habilitation zusammenfällt mit einer Familiengründungsphase. […] Da möchte man dann lieber endlich einen Beruf, der einem auch eine sichere Basis bietet.“*

„Bei Jura ist einfach der Vorteil, man hat so viele andere Möglichkeiten. Die Uni ist anders als bei anderen Fächern nur einer von vielen Arbeitgebern, ob es Öffentlicher Dienst ist oder Großkanzlei. Also entweder lockt das Geld, oder man weiß schon mit 30, wo man steht, hat Sicherheit.“*

„Ich denke mir, dass weniger Frauen in die Professuren aufsteigen oder kommen, liegt vielleicht an ganz etwas anderem. Die haben sehr oft die besseren Staatsexamina. Und die besseren Noten sind Voraussetzung für den Staatsdienst. Dann werden die eher Richterinnen oder Staatsanwältinnen, weil sie dann verbeamtet sind und in Teilzeit gehen können, also Familie vereinbaren können. Deswegen ist auch der Lehrerberuf so feminisiert.“*

„Wie kommt es, dass wir relativ wenige Habilitandinnen haben und mittlerweile zwei Drittel Frauen als Studentinnen? In Jura ist insofern eine Besonderheit, weil wir ja die Möglichkeit haben, mit guten Noten zum Staat zu gehen. Und das wollen sehr viele Frauen. Und beim Staat, das ist auch noch eine Besonderheit des juristischen Arbeitsmarktes, spielt die Promotion keine Rolle.“*

„Wir haben in unserem Mentoring-Programm auch zwei Juristinnen, und die sind schon in Kanzleien, promovieren extern. Sie sind mit dem Thema in eine Kanzlei gegangen, haben dort eine feste Anstellung. Wir versuchen, auch sie zu fördern. Das ist sozusagen ein Mangel, dass die Juristinnen mit dem zweiten Staatsexamen sich nicht wirklich entscheiden hier in der Hochschule zu bleiben.“*

„Ich hatte z. B. eine Doktorandin, der ich ausdrücklich die Habilitation angeboten habe und die genau aus dem Grund gesagt hat, also erstens sie tut sich diese Unsicherheit nicht an, bei ihr wär es sogar familiär auch gegangen. […] Sie hat sich dann bei einer Großkanzlei beworben, und die waren so nett im Vorstellungsgespräch und haben ihr so nett gesagt, wie gerne sie sie haben wollen, und wenn ich erzähle, wie es mir vor Berufungskommissionen gegangen ist, dann sagt sie, das tut sie sich nicht an.“*

Maßnahmen

„In der neuen Regularie ist es so, dass wir die vorgezogene Nachfolgeberufung haben. Das ist das wichtigste Instrument, das es aus meiner Perspektive in der Frauenförderung überhaupt gibt. Das bedeutet, dass ich Professuren habe, die meinetwegen im Jahr 2015 frei werden und die ich jetzt schon im Jahr 2012 besetzen kann –aber nur mit einer Frau. Und die Zwischenfinanzierung über drei Jahre müsste vom Land getragen werden.“*

„Wenn es konkret darum geht, den Anteil an Professorinnen zu erhöhen, sehe ich tatsächlich aus meiner eigenen Erfahrung das Hausberufungsverbot als Haupthemmschwelle, natürlich auch in Verbindung mit der W-Besoldung, […] Beides zusammen sehe ich im Moment als das Hauptproblem. […] Ich bin jetzt nicht für eine [vollständige] Aufhebung des Hausberufungsverbots. Hausberufungen sind auch ein unerfreuliche Geschichte. Aber es wäre beispielsweise eine sinnvolle Maßnahme, dass man sagt, eine bestimmte Quote von Berufung können Hausberufungen sein, wenn sie Frauen betreffen.“*

„Zumindest sollten die sich mal ein Gesamtkonzept machen, wie unsere Fakultät in zehn Jahren aussehen soll.“*

„Ich glaube auch, wichtig wäre für die Hochschulen ein gutes Landesgleichstellungsgesetz, das dezidiertere Vorgaben macht. Dieses ganze „Kann“ und „Soll“ kann kein Mensch mehr hören, auch wenn wir wissen, dass juristisch das „Soll“ ein „Muss“ ist.“*

„Was ich mir wünsche, ist das Ministerium als Veto- oder Widerspruchsinstanz, also jemand von außerhalb der Hochschule. Es könnte auch so eine Art Schiedsstelle im Auftrag des Ministeriums sein, so wie es bei den Landespersonalräten das neue Landespersonalvertretungsgesetz geregelt hat.“*

„Das Auditverfahren und die DFG, das sind die zwei Motoren der Gleichstellung gewesen im letzten Jahr gewesen.“*

„Ich finde, dass durch das Professorinnen-Programm viel angestoßen worden ist. Das will ich überhaupt gar nicht leugnen.“*

„Also zum einen geht es mir darum, Wissenschaftlerinnen in Top-Positionen mit Empowerment zu versorgen, also ihre Stärken stärken. Da versuchen wir, Maßnahmen auf den Weg zu bringen, finanzielle Unterstützung, oder eben auch entsprechende Programme, um sie einfach fit zu machen, dazubleiben, sie bei der Stange zu halten.“

Sie möchten weiterlesen?

Loggen Sie sich mit Ihrem Premium-Account ein oder erhalten Sie jetzt freien Tageszugang mit der Bestellung unseres Newsletters!

Jetzt gratis weiterlesen!
  • Zugriff auf alle Premium-Artikel der Seite!
  • Keine Kündigung erforderlich (Premium-Zugang endet automatisch)
  • Gratis und unverbindlich!
  • Zusätzlicher Fach-Newsletter für 0,00 €

Sie sind bereits Premium-Mitglied?

  Login