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aus dem Rechtshandbuch für Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte
Rechtshandbuch für Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte
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Die Eltern: Wie kann der Ausstieg den Wiedereinstieg gut vorbereiten?

Eltern haben sicher schon genügend in der Schwangerschaft zu bedenken, zu entscheiden und zu tun. Die bevorstehende Geburt und das „zur Familie werden“ steht im Vordergrund. Doch trotz dieser klaren Prioritäten ist der Wiedereinstieg bereits beim Ausstieg ein Projekt, das anzugehen ist. Wer sich auf das „Ausstiegsgespräch“ mit dem Vorgesetzten vorbereitet und schon erste Ideen zum geplanten Wiedereinstieg hat, tritt professionell auf und kann schon erste Weichen stellen. Welche Ideen sind zum „Kontakt halten“ da? Was kann für die eigene Qualifikation (zum Halten dieser oder auch zum Erweitern) in der Auszeit getan werden? Je klarer die eigenen Vorstellungen sind, desto einfacher kann ein/e Vorgesetzte/r damit umgehen. Ein wichtiger Faktor dabei ist der Zeitpunkt des Gesprächs mit dem/der Vorgesetzten: Je früher, desto besser! Wenn es genügend Zeit gibt, können flexible Lösungen gefunden werden, die für beide Seiten gewinnbringend sind. Wer auf den letzten Drücker sein Ausstiegsgespräch führt, nimmt sich Chancen für gute Wege.

Die Fristen für die Antragstellung der Elternzeit liegen in einer Zeit, in der der Nachwuchs „frisch“ auf der Welt ist. Häufig sind Eltern zu diesem Zeitpunkt mit anderen Fragen beschäftigt. Schon aus diesem Grund ist es wichtig, sich vor der Geburt gemeinsam Gedanken über die Elternzeit und den Wiedereinstieg zu machen. Wer den Zeitpunkt des Wiedereinstiegs festlegt, sollte eins beachten: Der Zeitpunkt des Beendens der Elternzeit nach 12, 24 oder 36 Monaten fällt exakt auf den Geburtstag ihres Kindes! Entweder Sie planen ein „krummes“ Rückkehrdatum oder Sie planen schon frühzeitig die Feierlichkeiten an einem anderen Tag.

Als Eltern haben Sie die Aufgabe, sich zu informieren, sich vorzubereiten und einen Plan zu machen. So können Entscheidungen zum Aus- und Wiedereinstieg getroffen werden. Informationen und Beratung rund um den Mutterschutz, das Mutterschaftsgeld, Elternzeit und Elterngeld sind die eine Seite. Geplant und organisiert werden sollte der Ausstieg selbst unter beruflichen Aspekten (Kontakt halten, eigene Qualifikation in den Blick nehmen); geplant werden muss auch die Frage der Kinderbetreuung. In manchen Orten werden die Kinder mit der Geburt in den Kindergärten oder Kindertagesstätten angemeldet!

Viele Aussteiger möchten gerne wieder auf „ihren“ Arbeitsplatz zurückkehren. Je klarer schon zum Ausstieg der Wiedereinstieg in den Blick genommen werden kann und je „kürzer“ die Elternzeit ist, desto größer sind die Chancen, dass die Rückkehr der Wiedereinstieg in den alten Job ist.

Auch für die Eltern gilt, die eigene Einstellung zum Wiedereinstieg zu prüfen. Spielen finanzielle Gründe eine Rolle? Darf ich als Mutter mich weiter „selbst verwirklichen“ und berufstätig sein? Welche Vorbilder für gelingende Vereinbarkeit von Familie und Beruf gibt es? Welche Vorurteile tragen Eltern mit sich, die eigene Lösungen verhindern? Welche Studie hat bei Ihnen Widerstand oder Unglauben ausgelöst? Was fällt Ihnen schwer zu glauben?

Ideen/Vorschläge/Maßnahmen

Informationsveranstaltung für werdende Eltern

Bitte nicht wundern, das ist nicht die Einladung der Geburtsabteilung eines Krankenhauses, sondern eine wunderbare Plattform, um sich als Unternehmen zu positionieren. Es kann eine der Aufgaben der Gleichstellungsbeauftragten sein, diese Veranstaltung zu organisieren und durchzuführen. Neben den Rahmenbedingungen wie Mutterschutz, Elterngeld, Elternzeit und Teilzeit in Elternzeit kann ein Erfahrungsaustausch unter den werdenden Eltern in Gang gebracht werden. Das kann die Erweiterung des eigenen Netzwerkes der Eltern sein. Manche Eltern erleben sich auch als „das sind ja mehr als ich“.

Das Unternehmen sollte seine eigenen Angebote zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf vorstellen. Was das sein kann, können Sie im Abschnitt zum Wiedereinstieg lesen.

Falls vorhanden, kann z.B. die Sozialberatung (oder ähnliche Stellen im Haus) sich präsentieren und ihr Angebot deutlich machen. Die Geburt eines Kindes und damit die Gestaltung der neuen Familie ist eine gewaltige Aufgabe, die auf die Eltern zukommt. Psychologische Beratung kann bei den neuen Herausforderungen unterstützen.

Wenn es Möglichkeiten der betrieblichen Kinderbetreuung gibt, ist die Informationsveranstaltung ein guter Ort, um darüber zu informieren. Einige Unternehmen oder Verwaltungen betreiben eigene Krippen oder Kindertagesstätten. Andere haben ein Kontingent an Plätzen in kommunalen oder kirchlichen Einrichtungen.

Hilfreich für die werdenden Eltern und ein Pluspunkt für das Unternehmen ist auch Informationen von außerhalb des Unternehmens zu transportieren. Welche Kinderbetreuungsmöglichkeiten gibt es im Umfeld? Sind Möglichkeiten wie Aupair oder Tageselternvermittlung bekannt? Eine Broschüre kann diese Informationen nachhaltig machen.

Ausstiegsgespräch mit dem/der Vorgesetzten, das den Wiedereinstieg in den Blick nimmt

Das Unternehmen oder die Gleichstellungsbeauftragte kann hier eine Checkliste erarbeiten, die Mitarbeitende/r und Vorgesetzte/r kennen – ähnlich den Unterlagen zu Zielvereinbarungsgesprächen. Hier eine Auswahl von Punkten, die in einem solchen Gespräch thematisiert werden könnten:

  • (voraussichtlicher) letzter Arbeitstag (unter Berücksichtigung von Urlaubsansprüchen und Mutterschutzfristen)

  • Geplante Länge der Elternzeit

  • geplante Elternmonate des Vaters

  • Arbeiten in der Elternzeit möglich?

  • Vertretungen oder kurzfristige Einsätze in der Elternzeit möglich?

  • Mobiles Arbeiten in Elternzeit möglich?

  • Rückkehr in Teil- oder Vollzeit?

  • Anteil von mobilem Arbeiten nach der Elternzeit

  • Geplante Kinderbetreuung

  • Ideen und Vereinbarungen, um in Verbindung zu bleiben

  • Benennen eines Paten im betrieblichen Umfeld

  • Benennen einer Wiedereinsteigerin/eines Wiedereinsteigers als Mentor/in

  • Vereinbarungen zur Nachfolge

  • Vereinbarungen zur Übergabe des Arbeitsplatzes an den/die Nachfolger/in

  • Teilnahme an größeren Aktivitäten des Unternehmens/der Abteilung möglich?

  • Teilnahme an Weiterbildungsangeboten möglich?

Um die von der Unternehmens- oder Verwaltungsleitung gewünschte „Haltung“ in diesen Gesprächen praktizieren zu können, braucht es möglicherweise Schulungen für die Führungskräfte. In diesen kann die Leitung deutlichen machen, warum die Zielgruppe der Wiedereinsteiger wichtig ist. Werkzeuge aus dem Bereich der Kommunikation können vermittelt werden. Damit der/die Vorgesetzte Wissen vermitteln kann, muss er/sie erst einmal selbst die Informationen besitzen. Hier kann eine Verzahnung mit den Personalverantwortlichen und der Gleichstellungsbeauftragten unterstützen. Vielleicht wird dieses Feld Bestandteil von Zielvereinbarungen der Vorgesetzten?

Paten aus dem betrieblichen Umfeld

Ganz wichtig für die Eltern in Elternzeit ist in Verbindung zu bleiben. Was passiert in der Abteilung? Welche Entwicklungen gibt es in der Branche oder im Verwaltungsumfeld? Welche neue Techniken werden eingeführt? Wie verändert sich die Organisation? Wechseln die Vorgesetzten? Wenn der Wiedereinstieg gut gelingen soll, ist zu planen, wie die Eltern an diese Informationen gelangen. Ein erfolgreicher Ansatz ist, Paten im betrieblichen Umfeld zu benennen. Diese können Kollegen und Kolleginnen sein oder Mitarbeitende aus dem Personalbereich. In kleinen organisatorischen Einheiten kann diese Aufgabe auch von der Gleichstellungsbeauftragten übernommen werden.

Kontakte können per Mail oder Telefon oder – wenn die Beziehung stimmt – auch über persönliche Gespräche stattfinden. Bei der kontinuierlichen Information hilft auch die Maßnahme, die als nächstes vorgestellt wird: den Zugang zu betrieblichen Informationen sicherstellen. Dies kann den Paten oder die Patin aber nicht ersetzen!

Zugang zu betrieblichen Informationen sicherstellen

Wer ausscheidet, verliert seine betriebliche E-Mail-Adresse, gibt den Firmenlaptop und das Firmenhandy ab. Die Zugänge zum Intranet, internen Datenbanken etc. werden gesperrt. Der Zugang zur sonst in der Firma ausliegenden Firmenzeitung ist versperrt. Fachzeitschriften oder ähnliche Journale laufen im Unternehmen um, aber an den Mitarbeitenden in Elternzeit vorbei. Für die zwei Vätermonate ist das sicher kein Thema. Doch wer ein Jahr oder länger in Elternzeit ist, hat schnell den Anschluss verloren – und muss sich den Anschluss beim Wiedereinstieg wieder holen.

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