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aus dem Rechtshandbuch für Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte
Rechtshandbuch für Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte
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Der BJP-Jubel zum triple Talaq übersieht etwas Wesentliches – Fazit

Zusammenfassung

Kommen wir zurück auf unsere Ausgangsfrage: War das Supreme Court-Urteil zum triple Talaq historisch? War es ein ‚Weg in die Moderne‘ in Indien oder war es bahnbrechend? Wird das Urteil den muslimischen Frauen endlich mehr Freiheit und Gleichberechtigung verschaffen?

Damit ein Urteil „historisch“ wird, muss es entweder nie zuvor in der Geschichte der Welt oder in der Geschichte der Nation vorgekommen sein. In beiden Fällen trifft das nicht zu – Indien war weder die erste Nation, die triple Talaq abgeschafft hat, noch hat der Supreme Court in der Vergangenheit bei einer Anhörung der Frau kein Recht gegeben.* Also „historisch“ im Sinne von einmaliger Entscheidung war das Urteil nicht.

Da Premierminister Modi auf jeglicher Veranstaltung triple Talaq erwähnt und sich wiederholt über die Lage „seiner muslimischen Schwestern“ beklagt hat, hat er das Thema politisiert und ihm eine Wichtigkeit verliehen, die ihm vielleicht gar nicht zukommt. Vielmehr scheint das wiederholte Erwähnen eine Form der Aneignung eines Renommees zu sein, das die BJP gar nicht verdient hat. Es war nicht die BJP, die gegen diese Form der Scheidung geklagt hat, sondern es war eine Sammelklage von Frauen* und Frauenorganisationen,* die diesen Erfolg errungen haben. Indem der Premierminister diese Vorarbeit nicht anerkennt, zeigt er, wie eine Frauen-Erfolgsgeschichte von ihm erfolgreich umgeschrieben werden kann.

War die Abschaffung des triple Talaq eine richtige Entscheidung? Das kann nur mit „Ja“ beantwortet werden. Es ist wichtig, Zeichen zu setzen, egal wie klein und unbedeutend sie sein mögen. Aber wird diese Entscheidung einen Einfluss auf das Leben der muslimischen Frauen haben? Wird der AIMPLB (All India Muslim Personal Law Board) dem allgemeinen Druck nachgeben und ‚Talaq-al-Biddat‘ verbieten und wenn ja, welche Form wird dieses Verbot haben? Hätte der AIMPLB 1985, nach dem Shah Bano Fall, Reformen eingeleitet, wäre es dann möglich gewesen, diese Situation zu verhindern? Aber hätte dies im Hinblick darauf, dass der AIMPLB keine vollstreckende Behörde ist, eine Auswirkung gehabt? Repräsentiert der AIMPLB Muslime im ganzen Land, oder ist dessen Einfluss eher beschränkt auf den Norden des Landes?

Es wird oft vorgeschlagen, dass ein formaler, schriftlicher Nikhanama (Vertrag) mit Klauseln, die auf die Einhaltung gleicher Rechte für Frauen ausgerichtet sind, den muslimischen Frauen helfen wird. Der AIMPLB hat 2003 einen Modell-

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