Werden Sie Premium-Mitglied!
Als Premium-Mitglied profitieren Sie uneingeschränkt von allen Inhalten.
Jetzt gratis Newsletter abonnieren!
Beiträge
aus dem Rechtshandbuch für Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte
Rechtshandbuch für Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte
Beiträge lesen >>
 
Sie müssen eingeloggt sein, um Artikel weiterleiten zu können.

Black Lives Matter: Weiße, die über Rassismus sprechen

Bild von Orna Wachman auf Pixabay
Was anderen Menschen widerfährt, können wir gar nicht nachvollziehen. Und auch wenn sich in den letzten Tagen viele Menschen mit der Black-Lives-Matter-Bewegung solidarisiert und gegen Rassismus ausgesprochen haben, kann eine weiße Person die Gewalterfahrung, die dahinter steckt, gar nicht vollständig erfassen. Dennoch reden gerade viele Weiße über Rassismus.

Seit dem Tod von George Floyd am gehen in vielen Städten in den USA Menschen gegen Rassismus und Polizeigewalt auf die Straße – nicht zum ersten Mal. Doch die Black-Lives-Matter-Bewegung ist in den letzten Tagen lauter und größer geworden. Auch in Deutschland gibt es Proteste und das Bedürfnis, Solidarität zu zeigen.

Wenn Weiße sich an den Demos beteiligen und ihre Bilder auf Instagram teilen, wirkt es jedoch mehr wie ein Festival: ein Bierchen, schönes Wetter und die Laune scheint gut. Das gute Gefühl, dass man etwas getan hat, entsteht trotzdem.

Wenn zurzeit in den Medien über Rassismus, ob in Amerika oder Deutschland, debattiert wird, sind es viel zu oft die Weißen, die darüber sprechen. Erfahrungen von Betroffen werden dann von weißen „Experten“ verschriftlicht oder in medialen Beiträgen eingeflochten.

Der schwarze Journalist Malcolm Ohanwe hat daher einen Vorschlag für weiße Journalisten. Statt über Rassismus und Erfahrungen, über die Schwarze selbst viel besser schreiben könnten, zu berichten, sollten diese doch lieber darüber schreiben und sprechen, wie es ist, in unserer heutigen Gesellschaft weiß zu sein.

Kritisch weiß sein

Anti-Rassismus-Arbeit darf sich laut Malcolm Ohanwe nicht gut anfühlen. Weiße sollten sich nicht brav auf die Schulter klopfen, wenn sie von einer Demo gegen Rassismus nach Hause kommen oder den Hashtags #BlackLivesMatter unter ihr nächstes Instagram-Bild setzen.

Sie sollten viel mehr nachdenken und sich die eigenen (unbewussten) Privilegien vor Augen führen.

Auf Twitter stößt die Idee auf große Resonanz. Viele erzählen davon, wie sie die eigenen Privilegien lange als selbstverständlich hingenommen haben. Dabei wird vielen deutlich, dass man nur weil man mit eine*m Schwarzen Partner*in zusammen ist oder PoC zu seinen Freunden zählt, nicht automatisch nicht-rassistisch ist.

Unterstützung durch zuhören

Neben den vielen Beiträgen von Weißen über Rassismus gibt es aber auch viele, die lieber gar nichts tun. Die Füße still halten, um ja nichts falsch zu machen und damit gleich eines der weißen Privilegien (vielleicht unbewusst) ausnutzen. Die Möglichkeit, beim Thema Rassismus auf Distanz zu gehen und zu ignorieren.

Die Intention kann die beste der Welt sein, man kann der weltoffenste Mensch sein, aber das heißt noch lange nicht, dass die eigene Handlung nicht problematisch ist und ungewollt den Rassismus in der Gesellschaft fördert. Als Weiße*r bleibt einem zurzeit nichts anderes übrig als zuzuhören und schwarze Aktivist*innen und Organisationen ganz offen zu fragen: „Wie kann ich euch helfen? Was kann ich tun, um eine richtige Unterstützung zu sein?“

Denn eine gute Absicht reicht nicht, wenn sie ohne Austausch vorschnell vorstürmt und im schlimmsten Fall sogar einen Schaden anrichtet. Und das bedeutet im Umkehrschluss auch, dass man als Weiße*r einfach offen für Kritik sein muss und nicht gleich in eine Igelhaltung zu gehen, wenn einer einem Rassismus vorwirft, sondern erst einmal zu fragen: Woher kommt das? Und so ins Gespräch zu gehen.

Quellen und Hintergründe:





Sie müssen eingeloggt sein, um Artikel weiterleiten zu können.