Werden Sie Premium-Mitglied!
Als Premium-Mitglied profitieren Sie uneingeschränkt von allen Inhalten.
Jetzt gratis Newsletter abonnieren!
Beiträge
aus dem Rechtshandbuch für Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte
Rechtshandbuch für Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte
Beiträge lesen >>
 

Betriebliche Gleichstellungspolitik in der Bundesverwaltung im Vergleich (DACH)– Fallstudien in der Öffentlichen Verwaltung

Betriebliche Gleichstellungspolitik in der öffentlichen Verwaltung ist besonders gut geeignet für die Analyse politischer Steuerung, weil hier verschiedene Steuerungsprinzipien kombiniert werden, vor allem im Bereich Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Karriereförderung.*

Unsere Analysen vergleichen ähnliche Fälle, die Schlüsselfaktoren des politischen Kontextes teilen: So sind die Schweiz, Deutschland und Österreich föderale Demokratien mit ähnlichen Bürokratie-Traditionen. Sie teilen konservative Vorstellungen guter Mutterschaft und Traditionen des männlichen Ernährermodells. Auch aktuelle Veränderungen verlaufen ähnlich: Gemäß dem modernisierten Ernährermodell arbeiten Männer weiterhin Vollzeit, doch mehr und mehr Frauen sind (zumindest in Teilzeit) erwerbstätig, während sie weiterhin den Großteil der Betreuungs- und Sorgearbeit übernehmen. Die Länder unterscheiden sich allerdings in ihren Wohlfahrtstaats-Regimen, was Folgen für die allgemeine Gleichstellungspolitik hat. In den konservativen Wohlfahrtsregimen in Deutschland und Österreich ist die Unterstützung für Familien im Rahmen einer „Frauenförderungs-Logik“ recht stark: lange Elternzeiten sollen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie unterstützen; in Deutschland wurde die Elternzeit allerdings 2007 verkürzt (auf ein Jahr) und in eine Lohnersatzleistung umgewandelt, Verlängerung ist auf Teilzeit- und Teilungsbasis aber möglich. Im liberal-konservativen Regime der Schweiz (vgl. Häusermann und Zollinger 2014) bleiben Kinderbetreuungs-Arrangements eine vor allem private Angelegenheit, wobei ein minimaler Mutterschaftsurlaub erst seit 2005 existiert. Liberale Traditionen haben jedoch ein individualistisches Gleichstellungsgesetz ermöglicht, das stärker als die Regelungen in Deutschland und Österreich ausfällt.*

Da wir nicht die gesamten Bundesverwaltungen erforschen konnten, analysierten wir kleinere Einheiten, nämlich Ämter und Ministerien: Es sind dies die Arbeits- und Sozialministerien sowie die Finanzministerien (in Deutschland und Österreich) sowie bzw. das Staatssekretariat für Wirtschaft und die Eidgenössische Finanzverwaltung (in der Schweiz), die beide Teil größerer Departemente sind; zusätzlich wurde in der Schweiz die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit und das Bundesamt für Landwirtschaft untersucht. Wir haben unsere Daten in mehreren Schritten gesammelt; wir analysierten zuerst die rechtlichen Rahmenbedingungen und dann Politik-Dokumente wie Berichte, Statistiken und Gleichstellungspläne. Danach führten wir Interviews mit externen ExpertInnen und je nach Land mit sechs bis 28 internen ExpertInnen wie Gleichstellungsbeauftragten, Vorgesetzten, Personalverantwortlichen und Top-ManagerInnen (vgl. Bogner et al. 2005). Die Interviews wurden thematisch kodiert. Nachdem wir die einzelnen Fallstudien analysiert hatten, haben wir gemeinsam die politische Steuerung über die Fälle hinweg verglichen.

Sie möchten weiterlesen?

Loggen Sie sich mit Ihrem Premium-Account ein oder erhalten Sie jetzt freien Tageszugang mit der Bestellung unseres Newsletters!

Jetzt gratis weiterlesen!
  • Zugriff auf alle Premium-Artikel der Seite!
  • Keine Kündigung erforderlich (Premium-Zugang endet automatisch)
  • Gratis und unverbindlich!
  • Zusätzlicher Fach-Newsletter für 0,00 €

Sie sind bereits Premium-Mitglied?

  Login