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Beiträge
aus dem Rechtshandbuch für Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte
Rechtshandbuch für Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte
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Ablauf der Mediation

Die Mediation ist kein gesetzlich genau geregeltes Verfahren. Es werden üblicherweise bestimmte Phasen, die am Harvard Konzept orientiert sind, eingehalten.

  1. Einführungsphase (Wie wollen wir zusammen arbeiten?)

    Gemeinsame Information/Klärung der Grunddimensionen des Konflikts

    Feststellung, ob die Mediation das geeignete Verfahren ist, den Konflikt zu lösen.

    Erarbeiten von Grundregeln, nach denen vorgegangen wird

    Schriftlicher Mediationsvertrag

  2. Bestandsaufnahme, Themensammlung (Um was geht es Ihnen genau?)

    Sammlung und Entwicklung der Themen, die besprochen und der Fragen, die geregelt werden müssen, jeweils aus der Sicht der Parteien.

  3. Verhandlung und Konfliktbearbeitung (Was ist Ihnen wichtig?)

    Aufdecken der Hintergründe und Gefühle, Erarbeiten der Bedürfnisse und Interessen

  4. Konfliktlösung (Was ist denkbar und machbar?)

    Feststellen möglichst allerdenkbarer, auch unsinnig erscheinender Lösungsvorschläge

    hierarchische Strukturierung der Optionen

    Bewerten der Optionen

    Formulierung einer Lösung

  5. Vertragsentwurf

    Überprüfung durch jeweilige Berater der Parteien, insbesondere durch parteiisch beratende Rechtsanwälte

    Unterzeichnung

    Juristisch in Form eines verbindlichen Vergleichs

Es gibt nicht das Mediationskonzept schlechthin. Es kann vereinbart werden, dass alle Sitzungen gemeinsam stattfinden; bei der Ermittlung der Interessen und der Feststellung der Optionen können auch separate Sitzungen anberaumt werden. In den USA ist dafür der schon vorher für politische Versammlungen verwandte Begriff „Caucussing“ gebräuchlich. Insbesondere bei der Ermittlung der Interessen kann dies hilfreich sein, wenn aus wichtigen Gründen – wie im Fall von Betriebsgeheimnissen – nicht alle Informationen offen gelegt werden sollen oder können. Die Mediator/innen können dann von beiden Seiten vollständig informiert werden, versuchen die gemeinsame Schnittmenge zu identifizieren und jeweils zu besprechen, welche Informationen der anderen Seite offenbart werden sollen. Bei der Ermittlung der Optionen können gemeinsame und getrennte Sitzungen anberaumt werden.

Es muss auch nicht das gesamte strukturierte Verfahren durchgeführt werden. Es kann hilfreich sein, z.B. separat für die Ermittlung der Interessen ein Mediationsgespräch anzusetzen. Diese Phase der Bewegung von den Positionen („mir gehört“, „ich habe das Recht.“) zu den Interessen vermittelt den Beteiligten wichtige Aha-Effekte. Wenn z.B. in einem Kindschaftsverfahren beide Elternteile das Sorgerecht für sich beanspruchen, wäre ein wesentlicher Schritt für sie zu erkennen, dass es ihnen wahrscheinlich darum geht, dass es dem Kind gut geht.

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