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aus dem Rechtshandbuch für Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte
Rechtshandbuch für Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte
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#jedeVierte

Gewalt in Beziehungen ist in Deutschland an der Tagesordnung: Opfer sexueller und körperlicher Übergriffe sind vor allem Frauen. Doch die meisten Betroffenen schweigen. Mit einer Kampagne unter dem Hashtag #jede Vierte versucht Terre des Femmes, den Blick auf ein tabuisiertes Problem unserer Gesellschaft zu lenken und Betroffenen Gehör zu verschaffen.

Schätzungsweise jede vierte Frau in Deutschland wird mindestens einmal im Leben Opfer körperlicher oder sexueller Gewalt, in einer Partnerschaft ist es sogar jede dritte. Die Übergriffe reichen dabei von Schubsen und Ohrfeigen bis hin zum Schlagen mit Gegenständen, Verprügeln und Gewaltanwendungen mit Waffen oder der Durchführung von sexuellen Handlungen. Auch Mord ist keine Seltenheit: Allein 2017 wurden nach Zahlen von ZDF heute jede Woche drei Frauen von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. Jeden Tag unternimmt ein Mann laut offizieller Statistik des Bundesfamilienministeriums zumindest den Versuch, seiner Frau gewaltsam das Leben zu rauben.

Die Dunkelziffer ist hoch

Männliche Gewalt gegen Frauen ist allgegenwärtig – und doch ist sie nur selten Thema der öffentlichen Debatte. Sie ereignet sich weitestgehend unter dem medialen Radar und wird tabuisiert. Das zeigt sich auch an den Zahlen: Obwohl schätzungsweise jede vierte Frau sexuelle oder körperliche Gewalt erfährt, sprechen überhaupt nur 20 Prozent der Opfer über die Tat oder zeigen den Täter an.

Terre des Femmes ruft zur „Awareness-Woche“ auf

Um die Gesellschaft für das Thema „Häusliche Gewalt“ zu sensibilisieren und das Schweigen darüber zu brechen, hat die Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes zu einer „Awareness-Woche“ vom 1.04. bis zum 07.04. aufgerufen. Unter dem Hashtag #jedeVierte soll Betroffenen dadurch eine Plattform geboten und eine Möglichkeit gegeben werden, selbst über ihre Gewalterfahrungen öffentlich zu berichten. Dazu lädt Terre des Femmes auf Facebook und Instagram unter anderem auch Videos von Frauen hoch, die selbst Opfer von häuslicher Gewalt wurden und über ihre Gewalterfahrungen reden. Unter dem Hashtag #jedeVierte zeigt die Frauenrechtsorganisation aber auch Hilfeangebote und mögliche Auswege aus häuslicher Gewalt auf und versucht, gerade social-media-affine Jüngere über Gewalt in Beziehungen aufzuklären. #jedeVierte schließt dabei nahtlos an den weltweit erfolgreichen Hashtag #MeToo an, der 2017 international für Furore gesorgt und den Blick auf strukturelle männliche Gewalt gegen Frauen gelenkt hat.

Quellen und Hintergründe:





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